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CSNY 1974

Höre gerade CSNY 1974, Mitschnitte ihrer Tour aus diesem Jahr. Wußte gar nicht, daß der Song "Our House", den ich bisher nur in der Version von Madness kannte, von Crosby, Stills, Nash & Young ist.

Wo war ich 1974? Das zweite Jahr in einem heilpädagogischen Heim für verhaltensgestörte Kinder, wie es damals hieß, endlich fort von zu Hause und völlig außer Rand und Band. Die Schule besuchte ich nur sporadisch, Alkohol und Drogen begannen, meinen Alltag zu dominieren. Jede Verletzung, die ich mir zufügte, brachte mir ein emotionales Hoch. Ich wußte damals nicht, daß ich krank war, ich haßte die ganze Welt stellvertretend für meine Eltern, ein Borderliner par excellence. Von niemandem ließ ich mir etwas sagen, Autoritäten oder solche, die sich autoritär aufspielten, waren ein rotes Tuch für mich. Gleichzeitig sehnte ich mich nach tiefer Zuneigung, die sich mir immer mehr entzog und schließlich für mich unerreichbar wurde, weil ich Annäherungen doch gar nicht zulassen konnte.

Die Songs von T. Rex, Neil Young, den Scherben, King Crimson, Leonard Cohen, Julie Driscoll, Hannes Wader und Franz Josef Degenhardt mochte mochte ich sehr, auch las ich einiges von Hesse, dessen Bücher ich danach nie wieder anrührte. Alles Esoterische ist mir mittlerweile zuwider.

1974 - das war, als wir die Joints noch zusammen rauchten, man unkompliziert per Anhalter fahren konnte, das Fernsehtestbild während der Mittagspause mit den Klängen eines Radiosenders unterlegt wurde, wir unsere täglichen anderthalb Stunden Jugendprogramm im Rundfunk wie die Verdurstenden in uns aufnahmen, die Wochenendstraßen der Städte wie leergefegt waren, höchstens Eisdiele, Nachmittagsvorstellung im Kino, das ende der Tage dann mit den "Gedanken zur Nacht" und der Nationalhymne im TV.

 

27.6.15 00:33

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